Unbilden des Gerichtsalltags – Tourismus nach Cottbus

Veröffentlicht von admin on 1.Februar.2011 Kategorie Juristenalltag | schreibe Deinen ersten Kommentar

Unbilden des Gerichtsalltags - Tourismus nach Cottbus
© Michael Sander

Manchmal schlägt das deutsche Justizsystem interessante Kapriolen, so zum Beispiel bei einem aktuellen Fall in Cottbus. Der Angeklagte, ein 17-Jähriger aus Cottbus, hat sich höchstwahrscheinlich des Betrugs schuldig gemacht, indem er falsche Mahnungen der GEZ versandt hat und damit etwa 350 Euro erbeutet hat. Leider ist der Angeklagte nicht geständig, was in diesem Fall zu einer besondern Posse am Gericht in Cottbus führt. Da die Betroffenen und die meisten Angeschriebenen im Schwäbischen wohnen und bei minderjährigen Tätern der Gerichtsstand immer der Wohnort desselben ist. Somit wurden insgesamt 230 Zeugen nach Cottbus zur Aussage geladen, die zumeist nur wenige Minuten dauert, alles auf Kosten der Staatskasse. Dies kann bei Reisekosten – Hin- und Rückfahrt mit Übernachtung – und Verdienstausfall ganz schön teuer werden. In diesem Fall geschätzt bis zu 70.000 Euro, deutlich mehr als die Schadenssumme, und einfach vermeidbar.


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