Schnell lesen und langsam erklären – ein Notar erzählt
Seit 1. August 1998 arbeitet Oliver Herlitz in Rheinberg am Niederrhein als Notar. "Ich bin nah bei den Menschen, das gefällt mir", schwärmt er. "Ich habe jeden Tag zehn, zwölf Termine und erlebe jeden Tag zehn, zwölf Schicksale: Testamentseröffnungen, Scheidungen, Firmen-Übernahmen. Ich kann nicht sagen, dass das eine trockene Arbeit ist." Warum stehen Notare weniger im Rampenlicht der Ã-ffentlichkeit als Rechtsanwälte und Richter?
Oliver Herlitz: "Der Notar muss unparteiisch sein. Deshalb ist das gut so."
Das lateinische Wort notarius bedeutet Geschwindschreiber. Heute kann ein Notar Computer als nützliche Werkzeuge einsetzen. Zum Beispiel ergänzt er beim Verkauf von Grundstücken und Gebäuden handschriftlich einen Vertragsentwurf, den beide Parteien vorher akzeptiert haben.
Der Notar ist verpflichtet, den kompletten Kaufvertrag vorzulesen. Oliver Herlitz: "Meine Devise lautet: schnell lesen, langsam erklären." Verkäufer, Käufer, Makler und Notar unterschreiben anschließend und der Notar beglaubigt später die Unterschriften für die gedruckten Exemplare.
Hans Kolpak
Jura-Weblog

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