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Homebanking: Sorgfalt und Haftung

abgelegt im Archiv Internetrecht am 12.09.08

Bildschirmtext kannte kein Ausspionieren von Daten beim Online Banking. Es war ein in sich geschlossenes netz und die Telefonverbindung war analog. Heute verwenden wir ISDN und das Internet und müssen uns mit Phishing herumschlagen.

Gerald Spindler lehrt an der Universität Göttingen Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht, Rechtsvergleichung, Multimedia- und Telekommunikationsrecht. Wie weit haftet die Bank? Wieviel Sorgfalt muß der Bankkunde aufbringen?

Es gibt nicht wenige Bankkunden, die ihr Girokonto über einen Computer verwalten, aber nicht einmal mit Grundbegriffen rund um das Internet vertraut sind. Wie wollen die sofort realisieren, daß sie auf einer gespiegelten Seite gelandet sind und nicht auf der temporär generierten Seite ihrer Bank? Wäre das Ausspäen von Paßwörtern und Zugangsdaten eine brotlose Kunst, dann hätten die Kriminellen längst aufgegeben, Proxyserver zu mißbrauchen und fremde Internetadressen zu infizieren, um sie als Schaltstationen für Spam-E-Mails und Malware zu nutzen.

Wußten Sie, daß inzwischen Grafikdateien keine Bilddaten, sondern kompletten PHP-Code enthalten können? Die vermeintlich harmlose Bilddatei kann von jedem Internet-Browser aus manuell oder automatisch aufgerufen werden, der Code wird ausgelesen, in eine PHP-Datei kopiert und ausgeführt. Das heißt, auf dem von Ihnen gemieteten Webspace wird eine kriminelle Handlung ausgeführt, ohne daß Sie davon etwas mitbekommen. Nach der Aktion werden alle temporären Dateien wieder gelöscht und Sie sehen NICHTS, wenn Sie sich per ftp einloggen und die Dateien auf Ihrem Webspace untersuchen. NICHT EINMAL DATUM UND UHRZEIT der Datei sind verändert. Datum und Uhrzeit wurden einfach automatisch auf den Ursprungswert der echten Grafikdatei gesetzt.

Oder haben Sie den Nerv, täglich Hunderte oder Tausende Zeilen aus Logdateien zu lesen? Die würden ihnen einiges verraten. Aber das ist lebensfremd und keine Bank und kein Gericht wird das von einem Bankkunden verlangen, der nicht einmal weiß, was ein Internetbrowser ist.

Deshalb empfehle ich Ihnen, zu den rechtlichen Aspekten den Artikel von Gerald Spindler zu lesen: "Unachtsamen Kunden droht die Haftung"

Hans Kolpak
Jura-Weblog

Permalink: Homebanking: Sorgfalt und Haftung

Tags: Homebanking  Onlinebanking  Haftung  Phishing 

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