Blind ist nicht gleich blind!

Veröffentlicht von admin on 31.Juli.2008 Kategorie Menschliches | schreibe Deinen ersten Kommentar

flickr_1540438.jpg
© szlea

Niemand ist so blind wie der, der NICHTS sehen WILL! Das gilt für Mandanten, für Rechtsanwälte und Richter gleichermaßen. Mitunter wird der Justiz Blindheit unterstellt, was sich auf das Zusammenwirken vieler Menschen beziehen kann.

Wie reagieren Sie, wenn Sie die Kanzlei eines Rechtsanwaltes aufsuchen und im Laufe des Gespräches gewahr werden, daß sie oder er ohne Augenlicht arbeitet? Sehen Sie den Unterschied zwischen geistiger und biologischer Blindheit?

Peter Och aus Blankenstein arbeitet als freiberuflicher Rechtsanwalt. Er ist blind geboren. Sein Bericht fasziniert mich inhaltlich und technisch.

Seine Arbeitsmethoden hat er seiner Situation angepaßt. Darin gleicht er allen anderen Menschen. Wieso? Ich betrachte mich als behindert, weil ich zur Zeit nicht in eine Hose Größe 98 hineinkomme. Andere behaupten, ein Mann ohne Bauch sei ein Krüppel. Für mich haben die einen Schuß durch die Mütze. Da reagiere ich emotional. Jeder Mensch ist auf irgendeine Weise behindert. Beweisen Sie mir erst einmal das Gegenteil.

Anfang der neunziger Jahre hatte ich eine Fahrgemeinschaft mit drei blinden Mitarbeitern. Eine davon war Vertrauensfrau für Schwerbehinderte. "Ich habe doppelten Streß!" erwähnte sie einmal, "Ich muß mehr leisten als ein Mann und mehr als ein Sehender!". Erkennen Sie, worauf ich hinauswill?

Geistig blind ist, wer nicht wahrhaben will, worauf es in einer konkreten Situation ankommt. Beispiel Internetseiten: Programmieren Sie nach den WebStandards? Dann ist Ihre Internetpräsenz barrierefrei, denn mit allen Geräten können Ihre Texte gelesen werden. Das hat überhaupt nichts mit Behinderungen zu tun. Eine Punktschriftzeile, die eine Monitorzeile widergibt, ist nur ein Gerät von vielen.

Wer ist wirklich blind? Lesen Sie unbedingt den Bericht von Peter Och. Er ist es wert.

Hans Kolpak
Jura-Weblog


Hinterlasse eine Antwort

Impressum