85 Jahre: Strafverteidiger Rolf Bossi
Am 10. September 2008 wurde Rolf Bossi 85 Jahre alt. Beruflich sorgte der Münchner bis in die Gegenwart mehrfach für schlagzeilen. Sein Privatleben gilt als weitgehend unbekannt. Geprägt von einer bewegten Jugend fand er zum Jurastudium. Seine ersten beruflichen Jahre gaben die Richtung für seine Hauptinteressen vor. Was bewegt ihn heute?
Rolf Bossi zählt zu den Menschen, die wachen Auges ihr Umfeld beobachten und konstruktive Vorschläge vortragen, die von Fachkompetenz zeugen. Doch abhängig vom Zeitgeist wird solch ein Verhalten unterschiedlich bewertet. Sein engagierter Vater wurde 1942 wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet, er darf seine Meinung öffentlich kundtun und sich mit der Justiz auseinandersetzen.
Rolf Bossi umspannt mit seinem Leben eine Periode tiefgreifenden Wandels in der deutschen Geschichte. Dabei hat er nicht nur sein eigenes Leben im Sinn, sondern er hinterfragt auch Ursachen für strafbares Handeln und nennt mögliche Gründe für ideologisch motivierte Richter.
Im August 2008 sah er im Rahmen eines Interviews die Todesstrafe als mögliche Option für Gewalttäter mit einem "sadistisch-perversen Tötungsimpuls".
Hans Kolpak
Jura-Weblog

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